Jobinterview So überleben Sie jedes Assessment


Bewerberin wartet auf Vorstellungsgespräch

Jedem Jobinterview und Assessment geht zunächst eine frohe Botschaft voraus: „Wir würden Sie gerne persönlich kennenlernen.“ Sie haben also einen guten Eindruck hinterlassen, die erste Hürde übersprungen, sind ein toller Kandidat. Gratulation! In Ihnen steigen Glücksgefühle auf – die aber womöglich zugleich Ihre Knie schlottern, den Magen grummeln und die eine oder andere Schweißperle von Ihrer Stirn tropfen lassen.

Denn der eigentliche Härtetest kommt erst noch: Im Jobinterview müssen Sie den bohrenden Fragen der Personaler standhalten, im Assessment Center Ihre Stärken und Schwächen vor der Welt ausbreiten – Prüfungen, die wahrscheinlich niemand gerne ablegt.

Aber keine Panik, Sie schaffen das! Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich gründlich vorbereiten, wie Sie Ihr Lampenfieber in den Griff – und hinterher den Job bekommen.

Jobinterview: So bereiten Sie sich optimal vor

Wissen

Machen Sie sich im Netz über das Unternehmen schlau, scannen Sie die Homepage nach verwertbaren Informationen ab. Wer gerade einmal den Firmennamen unfallfrei aussprechen, aber im Jobinterview nichts zur Firmenphilosophie, zu Produkten oder prägnanten Merkmalen sagen kann, punktet nicht gerade mit außerordentlichem Interesse.

Kleidung

Legen Sie sich für Ihren großen Tag ein angemessenes Outfit zurecht. Was angemessen ist, unterscheidet sich allerdings von Branche zu Branche deutlich. Banken bevorzugen ein konservatives Erscheinungsbild, in der Medienbranche fallen Sie mit Anzug und Schlips womöglich negativ auf. Sollten Sie die jeweilige Kleiderordnung partout nicht einschätzen können, gilt die Grundregel: Lieber over- als underdressed! Versuchen Sie zur Not auch bei der Sekretärin anzurufen oder Mitarbeiter per Xing oder Linkedin um Auskunft zu bitten.

Pünktlichkeit

Stellen Sie Ihren Wecker auf „extrafrüh“, fahren Sie rechtzeitig los – und stehen Sie unter allen Umständen zehn Minuten vor dem Termin am Empfang. Wer heute zu spät kommt, fabriziert ein Eigentor, das kaum noch zu korrigieren ist.

Argumente

Selbst ein Steve Jobs hat seine legendären Reden nicht komplett aus dem Stegreif gehalten. Besser, Sie wissen vorher, was Sie später sagen. Überlegen Sie sich zumindest auf die beliebtesten Personalerfragen vorab runde Antworten. Gelegenheiten zur Improvisation werden Sie ohnehin noch mehr als genug haben.

Übung

Tragen Sie Ihre Argumente ruhig einmal Ihrem Partner, Bruder, Schwester, Freund(in) – oder alternativ Ihrem Spiegelbild vor. Je häufiger Sie üben, desto sicherer werden Sie. Zudem kann Sie Ihr Trainingspartner noch auf mögliche Mängel in der Argumentation hinweisen.

Bewerber-Knigge: Worauf Sie achten müssen

Die Stunde der Wahrheit ist gekommen, wenn Sie die Empfangsdame in die Höhle der Löwen bittet. Um im Jobinterview oder Assessment eine rundum gute Figur abzugeben, sollten Sie vor allem darauf achten:

Händedruck

Kraftvoll sollte er sein, nur nicht schlaff. Signalisieren Sie schon bei der Begrüßung, dass hier gerade eine selbstbewusste Persönlichkeit zur Tür hineingekommen ist, die genau weiß, was sie will: den Job.

Blickkontakt

Schauen Sie Ihrem Gesprächspartner direkt in die Augen. Wer konsequent den Blicken seines Gegenübers ausweicht und stattdessen mit der Wand redet, hinterlässt einen unsicheren Eindruck.

Körperspannung

Nehmen Sie Haltung an. Das beinhaltet, sich weder legere in den Stuhl zu hängen noch darin zusammen zu kauern, die Arme zu verschränken oder ständig mit den Händen im Gesicht herumzuspielen.

Freundlichkeit

Natürlich sollen Sie vor allem Kompetenz und Führungsstärke ausstrahlen. Aber bedenken Sie auch, dass die Personaler womöglich jahrelang mit Ihnen zusammenarbeiten müssen. Und wer möchte schon Tag für Tag einem humorlosen Griesgram auf dem Büroflur begegnen? Darum: Zeigen Sie sich von Ihrer besten, freundlichen Seite – und lächeln Sie viel.

Verabschiedung

Der erste Eindruck mag oft entscheidend sein, der letzte aber ist auch nicht ohne Bedeutung. Achten Sie auf einen würdigen Abgang, der eine freundliche Danksagung und den ausdrücklichen Wunsch auf ein baldiges Wiedersehen beinhaltet – vorausgesetzt, Sie selbst haben Ihr Interesse an dem Job in der Zwischenzeit nicht völlig verloren.

Womit Sie im Assessment rechnen müssen

Nervliche Anspannung und ständige Beobachtung: Für die meisten Bewerber ist ein Tag im Assessment Center der blanke Horror. Was auf sie zukommt, wissen die Gefolterten zudem vorher nicht.

Jedes Assessment hat seine eigene Dynamik und besteht aus ganz unterschiedlichen Bausteinen. Das kann ein Gruppenplanspiel sein, bei dem Sie gemeinsam ein neues Produkt entwerfen sollen. Oder ein schriftlicher Intelligenztest. Oder die berühmte Postkorbübung, in der ein Bewerber unter Stress und Zeitdruck seinen Posteingang möglichst effektiv abarbeiten muss.

Zum Assessment-Standard gehören aber vor allem folgende drei Übungen.

Die 3 wichtigsten Übungen im Assessment Center:

1. Interview: Hier klopfen Sie die Personaler auf Ihre Motivation, auf Ihre Stärken und Schwächen ab.

2. Rollenspiel: Dabei handelt es sich meist um ein Gruppen- oder Zweiergespräch, in dem die Teilnehmer eine ihnen zugewiesene Rolle einnehmen. Initiative und Entscheidungsfreudigkeit, aber auch respektvoller Umgang und Einfühlungsvermögen bringen Ihnen Punkte.

3. Präsentation: Ist grob mit einem Referat an der Uni vergleichbar. Wer gekonnt vorträgt und dabei auch Flipcharts sinnvoll einsetzt, trägt einen Punktsieg davon.

Checkliste: 10 Fragen, die jeder Personaler gerne stellt

  1. Warum möchten Sie diese Stelle?
  2. Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  3. Warum sollten wir Sie einstellen?
  4. Was haben Sie bislang so gemacht?
  5. Welche Aufgaben hatten Sie in Ihrer letzten Firma?
  6. Auf welche Leistung sind Sie besonders stolz?
  7. Wie würden Ihre Arbeitskollegen aus der letzten Firma Sie beschreiben?
  8. Was ist Ihre größte Schwäche?
  9. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  10. Haben Sie Fragen an uns?

Checkliste: 5 Rückfragen, die Sie jedem Personaler stellen sollten

  1. Warum ist diese Stelle neu zu besetzen?
  2. Was macht in Ihren Augen einen guten Mitarbeiter und Kollegen aus?
  3. Warum arbeiten Sie für dieses Unternehmen?
  4. Wie definieren Sie Erfolg auf dieser Position?
  5. Wie sieht das Organigramm rund um diese Stelle aus?